Ein gemeinsames Projekt mit der Stadt Gießen
Am 25. Juni 2025 war es endlich so weit:
Der zweite Taubenschlag in Gießen wurde angeliefert. Neben dem Nordstadtschlag auf einem Dachboden eines Wohngebäudes gibt es nun auch einen Taubencontainer in der Gießener Innenstadt.
Im Jahr 2022 hatte es dazu erste Gespräche zwischen Vertretern der Stadttaubeninitiative und der Stadträtin Gerda Weigel-Greilich gegeben, woraufhin ihre Mitarbeiterin Kaja Schweitzer aus dem Amt für Umwelt und Natur mit großem Engagement die Planung in Angriff genommen hat.
Der neue Schlag
Der neue Schlag wurde vom Umweltingenieur Oliver Wegener mit viel Sorgfalt so konzipiert, dass sowohl die Anforderungen der Betreuer als auch die der Tauben optimal erfüllt sind. Er bietet auf begrenztem Raum:
• ca. 70 Sitzplätze
• 30 nummerierte Brutplätze
• einen Vorraum für Reinigungsmaterial, Futter und zum Umziehen
• einen eingezäunten Hof für die Mülltonne
• ist hell und gut belüftet
• ist leicht zu reinigen
Etwa 80 Tauben können hierin Platz finden. Es wird also nicht gesamte Innenstadtpopulation hierin unterkommen können. Dennoch ist es ein wichtiger Anfang!
Unsere Aufgaben vor Ort
Wir kümmern uns um:
• Dreimal wöchentlich wird gereinigt, gefüttert und mit frischem Wasser versorgt
• Gelegte Eier werden gegen Gipsattrappen ausgetauscht, um die Population tierschutzgerecht zu kontrollieren. Dabei werden den Tauben regelmäßig Bruterfolge ermöglicht, da Küken die Akzeptanz des Schlag erhöhen
• Der wöchentliche Zeitaufwand liegt bei ca. 3 Stunden plus gelegentlichem Zusatzaufwand für:
• den Kauf des Futters und das Tragen der schweren Säcke auf den Dachboden
• das Einfangen und Unterbringen kranker und verletzter Tiere
Auch in diesem Schlag wollen wir künftig Statistiken zur Bestandsentwicklung führen – analog zum erfolgreichen Modell in der Nordstadt, das seit 2015 rund 25 % Bestandsreduktion erreicht hat.
Bevor es losging schon Kritik
Der Container belegt zwei Parkplätze in der Johannesstraße, was neben dem Aussehen zu Kritik geführt hat. Doch die Kritik verkennt, dass das Projekt städtisches Leben und Tierschutz miteinander in Einklang bringt. Dieser Weg ist Tierschutz, der nachweislich wirkt – und der gleichzeitig auch den Anliegen der Stadtbevölkerung gerecht wird! Der Nordstadtschlag zeigt das eindrucksvoll.
Ein anderer Standort – etwa auf einem Dach – wäre uns natürlich auch lieber gewesen, doch ließ sich trotz intensiver Suche in der Innenstadt nicht realisieren.
Tierschutz statt Tötung
Es ist ein wichtiges Signal, dass sich die Stadt dazu entschieden hat, diesen vielversprechenden und tierschutzgerechten Weg zu gehen: Ein Signal dafür, dass Stadttauben künftig nicht mehr als Problem wahrgenommen werden, sondern als Mitgeschöpfe, mit denen wir respektvoll und verantwortungsvoll umgehen wollen.
Städte wie Limburg setzen weiterhin auf fragwürdige und tierschutzwidrige Methoden im Umgang mit Stadttauben. Gießen geht einen anderen Weg und dafür sind wir sehr dankbar!